Das russische It-Girl-Label Walk of Shame gibt sein New Yorker Debüt


  • Spaziergang der Schande
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Der Hype um Osteuropa ist zwar auf dem Vormarsch, aber gewisse Talente halten die Region frisch. Ein bekannter Name ist das russische Label Walk of Shame von Andrey Artyomov. Der bekannte Moskauer Designer zeigte seine Kollektion erstmals auf der New York Fashion Week als Präsentation in der Galerie The Hole in der Innenstadt. (Designer, die zum ersten Mal in die USA kommen möchten, beachten: Eine Präsentation ist eine hervorragende Möglichkeit für Medien und Käufer, eine Kollektion hautnah kennenzulernen.) auffällige Ästhetik der postsowjetischen Kultur und deren maßgeschneiderte, moderne Reform. Oder, wie Artjomow es beschreibt: „Ich nehme Dinge aus der Kindheit. Glänzende Dinge, lokale Dinge, die kitschig sind oderBling Bling.“ Außerdem eine Tatsache, die man wissen sollte: Artyomov ist dafür bekannt, ein gemeines Slip-Kleid zu machen, das oft mit Glitzer übergossen oder einfach mit der richtigen Menge an Slink glänzt.

Seine Debütkollektion der New York Fashion Week hatte alle Walk of Shame-Signaturen, die seine treuen Kunden lieben werden und auch diejenigen außerhalb seines Moskauer Fanskreises ansprechen werden. Herausragend war diesmal ein Jeansrock mit mittlerem Schlitz und scharfen Falten, die an der Taille begannen. Es ist ein Stück, das ganz gut zu dem polierten Nadelstreifen-Button-up gepasst hätte, der die kyrillische Transliteration von „Walk of Shame“ auf die Knopfleiste gestickt hatte. Erfrischend ist es auch, wenn Artyomov einem vermeintlichen eleganten Look eine sportliche Ergänzung hinzufügt. Das ist gut so: Nicht jeder, vor allem im Westen, will rund um die Uhr glitzernd sein.

Artyomov hat kein Problem damit, eine straffe Kollektion zu liefern und wie viele etablierte, beliebte Labels aus kleinen Schwellenländern – wie Bevza aus der Ukraine, die auch erstmals auf der New York Fashion Week gezeigt wurde – ist der Walk of Shame seiner Heimat entwachsen und jetzt will seine Präsenz im Ausland festigen und ein neues Publikum gewinnen. Damit sich ein Label international durchsetzen kann, muss es einen bezahlbaren Artikel geben, den es jetzt braucht. Zum Glück kann Walk of Shame es haben: Auf der Brust prangte ein Hoodie mit „Walk of Shame“ in Kyrillisch. Es hatte auch freche violette Flammen, die über die Arme leckten, eine Art Design, das auf Autos in Artyomovs weit entfernter Heimatstadt Ufa, Russland, schabloniert zu sehen war. Vielleicht ist dies das Stück, das Walk of Shame die dringend benötigte und wohlverdiente internationale Begeisterung verleiht.