Thrill Seekers: Die besten Mystery-Reads des Sommers

Von einer Biografie des glamourösesten Spions der Geschichte bis hin zu den besten literarischen Mysterien der Saison – Sommerthriller legen die Messlatte höher – und den Puls.

Zufällig ist auch die faszinierendste Spionage- und Abenteuersaga dieses Sommers wahr. **Clare Mulley’**sDer Spion, der liebte: Die Geheimnisse und das Leben von Christine Granville(St. Martin's) ist eine längst überfällige Biografie von Großbritanniens erster weiblicher Spezialagentin, einer unbesungenen Heldin des Zweiten Weltkriegs, deren Heldentaten – so heißt es Gerüchten zufolge – Ian Flemings ursprüngliches Bond-Girl Vesper Lynd inspirierten. Geboren als Krystyna Skarbek, als hübsche Gräfintochter eines polnischen Aristokraten und einer jüdischen Bankerbin, hatte Granville (ein Nomen de guerre, den sie später legal adoptierte) eine Begabung für Sprachen, einen schnellen Witz und eine Art ansteckende, allgemeine Lebensfreude. „Sie liebte Männer und Sex, Adrenalin und Abenteuer, ihre Familie und ihr Land; sie liebte das Leben und die Freiheit, es in vollen Zügen zu genießen“, wie es der ausgeglichene Mulley ausdrückt. Als die Nazis während einer Afrikareise Granvilles in Polen einmarschierten, stellte sie sich sofort dem britischen Geheimdienst vor und schmiedete einen absurd klingenden, aber letztendlich erfolgreichen Plan, mit einem Skimeister von Ungarn über die Hohe Tatra in ihre besetzte Heimat zu fahren ihr Führer, liefert britische Propaganda nach Warschau und kehrt mit Geheimdienstinformationen zurück.

In den nächsten fünf Jahren tauschte Granville ihre Holzski gegen empfindlichere Werkzeuge der Spionage: einen Kompass, der hinter einer Haarspange versteckt war; eine Karte auf einem Seidentuch; eine Zyanidtablette in ihrem Rock. Aber wie Mulleys eifrig recherchierter Bericht deutlich macht, war es Granvilles einzigartige Kombination aus Furchtlosigkeit und Charme, die sie effektiv machte – so effektiv, dass die Gestapo Steckbriefe von ihr mit einem Foto aus ihren Schönheitswettbewerben verbreitete. Nirgendwo waren ihre Heldentaten erstaunlicher als im besetzten Frankreich, wo sie hinter feindlichen Linien mit dem Fallschirm abhob, um sich einem Sabotagenetzwerk des Widerstands anzuschließen. Bald überzeugte sie ganze Garnisonen eingezogener Wehrmachtssoldaten zur Desertion. Einmal marschierte Granville in einem waghalsigen Schachzug, der sie zu einer Legende machte, in ein Gestapo-Büro und überredete den kommandierenden Offizier, drei ihrer Kollegen innerhalb einer Stunde nach der geplanten Hinrichtung freizulassen.

Granvilles Bemühungen wurden erschreckend schlecht belohnt: Nachdem sie geholfen hatte, den Krieg für die Alliierten zu gewinnen, sah sie, wie ein dezimiertes Polen in Jalta an Stalin ausgeliefert wurde. Mit einem Monatsgehalt aus dem britischen Dienst entlassen und nicht in der Lage, nach Hause zurückzukehren, hatte sie Mühe, als Hut-Check-Mädchen und als Steward auf einem Passagierschiff über die Runden zu kommen, während ihre britischen männlichen Kollegen prestigeträchtige Jobs erhielten. Aber die schlimmste Ironie sollte noch kommen: Nachdem sie immer wieder ihr Leben riskiert hatte, um Hitler zu trotzen, wurde sie 1952 von einem besessenen Haushofmeister zu Fall gebracht, der sie verfolgte und ermordete Schutzbemühungen derer, mit denen sie während des Krieges gedient hatte, Männer, die ihre romantischen Rivalitäten beiseite legten, um zusammenzuarbeiten, um ihre Geschichte aus den Boulevardzeitungen herauszuhalten. Natürlich hatte sie die meisten ihrer Leben gerettet.

Was fiktive Intrigen angeht, gibt es viele neue Anwärter auf die nordische Krone. VonBenjamin Schwarz(nom de plume von John Banville), da ist das klassische Feelingheilige Gebote(Henry Holt), das an das Dublin der 1950er Jahre und die Zeit erinnert, als die katholische Kirche noch eine allmächtige Kabale war, während der Orange Prize von **Aifric Campbell** auf der Liste stehtAuf dem Boden(Picador) untersucht Finanzdelikte aus der Perspektive einer der wenigen Investmentbankerinnen in London. Für diejenigen, die geliebt habenExfreundin,**EIN. S. A. Harrison’**s Lake Shore Drive – SetDie stille Frau(Penguin) ist ein schlagfertiger Ehepas de deux mit einer Psychotherapeutin und ihrem schamlosen Ehemann, währendmystischer FlussFans sollten sich die Landschaft von **Ivy Pochoda** nicht entgehen lassenBesucherstraße(Ecco/Dennis Lehane), die das Verschwinden eines jungen Mädchens in einem aufstrebenden Stadtteil Brooklyns untersucht. Und schließlich gibt es **Max Barrys ** entzückend hohes KonzeptLexikon(Penguin), über ein jugendliches Wunderkind, das in einen Kult von „Dichtern“ hineingezogen wurde, um die Gesellschaft mit Worten zu kontrollieren – denken SieNoam ChomskytrifftChristopher nolan– der den entscheidenden Fehler macht, sich zu verlieben. Sprache mag ein Killer sein, aber Romantik ist wie immer die wahre Gefahr.